Was ist eine Freikirche

Freikirchen sind seit der Reformation neben den Volkskirchen entstanden. Eine schnelle Ausbreitung der Freikirchen wurde besonders im angelsächsischen Raum vermerkt. Doch auch in Deutschland gibt es ca. 4.000 einzelne Freikirchen, die auf Ortsebene arbeiten.*) In den meisten Ländern der Welt, z.B. Frankreich, gibt es überhaupt keine Staatskirchen.

Die größte protestantische Kirche Nordamerikas ist in der Bundesrepublik eine Freikirche - die „Baptisten” (Bund Evangelisch - Freikirchlicher Gemeinden). In Italien und Rumänien sind die Pfingstgemeinden die größte Protestantischen Kirchen. **) Mancherorts fälschlicherweise als Sekten bezeichnet sind Freikirchen jedoch im gleichen Maße wie auch Volkskirchen von den Sekten zu unterscheiden.

Die Vereinigte Evangelische Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) definiert den Begriff „Freikirche” in ihrem Handbuch „Religiöse Gemeinschaften” als: „Gemeinschaften, die aus dem Bemühen um eine Erneuerung urchristlichen Gemeindelebens entstanden sind.” Freikirchen lehnen eine kirchliche Zwangseinheit ab und fordern Freiheit für sich und andere. Sie sehen sich nicht als „alleinseligmachend” an, sondern wissen darum, daß gläubige Christen in allen Kirchen zu finden sind. ***)

Alle Kosten werden durch freiwillige Beiträge der Freunde und Mitglieder der Gemeinde gedeckt. Es besteht also kein Zwang, Geld zu geben wie bei einer Kirchensteuer. Die verschiedenen Arbeitsbereiche der Gemeinden sind vor allem durch die ehrenamtliche Tätigkeit der einzelnen Mitglieder möglich. Doch auch Mitglied wird man nicht automatisch durch Geburt oder Kindestaufe, sondern durch eigene, freiwillige Entscheidung, meist im Erwachsenenalter.

 

Quellen: *) Wolfgang Simson: Wie christlich ist Deutschland? Wolfgang-Simson-Verlag **) Jakob Zopfi: Über alles Fleisch, Dynamis Verlag ***) Wiard Popkes: Gemeinde - Raum des Vertrauens, Neutestamentliche Beobachtungen und Freikirchl. Perspektiven, Oncken Verlag.